Basteln mit Kleinkindern

29. Oktober 2009 · Thema: Bastelanleitungen, Basteln, Handarbeiten, Weihnacht

Das hört sich im ersten Moment ganz einfach an, aber schon bei der weiteren Planung wird es schwieriger. Was basteln wir denn? Welche Technik verwenden wir? Viele Dinge aus unserer eigenen Kinderzeit fallen uns wieder ein. Jetzt im Herbst ganz einfach: ein Kastanienmännchen und seine Freunde. Kastanien und Blätter sammeln sind eine tolle Beschäftigung, wir sind mit den Kindern draussen, wir können ihnen zeigen wo Kastanien zu finden sind, wie die stachelige Schale nicht sticht und erklären ihnen warum bei den Bäumen die Blätter so herrlich bunt werden und zu Boden fallen.

Beim Basteln müssen wir dann aber die Regie übernehmen. Die Kastanien sind hart und die Zahnstocher spitz. Und irgendwie scheint mein Kind gar kein Interesse daran zu haben die Zahnstocher und die Kastanien mit dem Bastelfilz zusammen zu fügen. Nein, es hat eine Kastanie in der Hand und ist voll auf diese konzentriert.

Das liegt daran das Kinder ihre Umwelt “begreifen” müssen. Und das ist wörtlich gemeint. Alles wird angefasst und ausprobiert, ist es hart oder weich, warm oder kalt und ganz wichtig: wie tolerant ist es. Was kann ich alles damit machen? Das bei dieser Probe einiges kaputt geht liegt auf der Hand aber ich kann und will den Kindern keine böse Absicht unterstellen.

Alle Kinder begreifen ihre Umwelt auch mal mit der Zunge. Das ist vor allem bei Babys zu beobachten die Sachen in die Hand nehmen und dann zum Mund führen können. Dabei sprechen wir von der “Oralen Phase”, die ganz normal und wichtig für die Entwicklung des Kindes ist. Diese Orale Phase hat aber ein Open End oder anders formuliert: Kinder hören nie wirklich auf Sachen in den Mund zu stecken und zu probieren wie es schmeckt. Auch das müssen wir bei unseren Bastelvorhaben berücksichtigen. Gerade bei bunten Bastelaccessoires und Materialien z. B. Knetmasse müssen wir Vorsicht walten lassen und dürfen die Kinder nicht unbeaufsichtigt schalten und walten lassen. Wenn wir das alles berücksichtigen werden unsere Bastelthemen vermeintlich schon etwas eingschränkt.

Vor allem da wir Erwachsene dabei auch meist nur das Ziel vor Augen haben. Wir wollen ein Resultat, eine kleine Trophäe die wir stolz herzeigen und aufbewahren können als Erinnerung an die schöne GemeinsamZeit. Für die Kleinkinder hingegen ist der Weg das Ziel. Ausgiebiges Kneten ist vieeeel schöner als etwas zu formen. Und gerade fürs Kneten gibt es eine tolle und kostengünstige Alternative zur Knetmasse: Salzteig. Er ist schnell aus einfachen Zutaten in der gewünschten Konsestenz hergestellt, wer will kann ihn mit Lebensmittelfarben bunt färben und er hat bei dem Schnupfenwetter noch einen entscheidenden Vorteil. Durch das Salz haben es Keime schwer sich auszubreiten.
Ausserdem wird ein Kind den Salzteig bestimmt nur 1x in den Mund nehmen.

Neben dem Salzteig gibt es noch viele Möglichkeiten mit dem Kind zu basteln. Kinder sind sehr interessiert daran neue Techniken auszuprobieren und Materialien kennen zu lernen. Für die Eltern heißt das aber auch Lernen. Sie müssen Lernen ihrem Kind den dafür nötigen Freiraum einzuräumen und das heißt auch das man ständig die Verletzungsgefahr vor Augen hat. Kinder sind von Natur aus neugierig und wollen auch wissen wie sich “spitz” anfühlt. Nehmen sie sich Zeit, erklären Sie Ihrem Kind die Utensilien, ihren Verwendungszweck sowie die Gafahrenquellen und lassen sie ihr Kind in ruhiger Umgebung! testen was es wissen will, natürlich jederzeit bereit einzugreifen wenn es wirklich gefährlich wird. Papier mit der Schere schneiden ist für Kinder eine Herausforderung, die Hand-Auge-Koordination wird gefördert und entschärft werden die ersten Schnittversuche mit Lernscheren, die Grifflöcher für Mama und das Kind haben. Wichtig zu bedenken ist hierbei auch das Kinder noch nicht über die nötige Kraft in der Feinmechanik verfügen und das nur qualitativ hochwertiges und leichtgängiges “Werkzeug” verwendet wird. Das ist zwar in der Anschaffung etwas teurer dafür aber langlebiger und bietet auch einen höheren Spaßfaktor da das Kind damit schneller alleine arbeiten kann.

Nach dem selben Prinzip wurden auch Gel-Wachsmalstifte entwickelt. Mit herkömmlichen Wachsmalern muß ein kleines Kind fest aufdrücken damit es genug Farbe aufs Papier bringt. Gel-Wachsmalstifte sind weich und geben ihre Farbe schon bei ganz leichtem Druck auf das Papier ab. Da macht Malen Spaß und wird ein beliebter Zeitvertreib.

Kniffliger ist für Kinder “Fädeln”. Für Anfänger sind hier große bunte Holzperlen und Wachskordeln bestens geeignet. Fortgeschrittene dürfen sich an Ausnähkarten wagen. Das sind mit Motiven vorgedruckte und perforierte Karten die mit Garn oder Wolle umnäht werden. Natürlich können die Motive vorher auch noch ausgemalt oder beklebt werden.

Mit diesen Gedanken und Anregungen wünschen wir Ihnen einen schönen Start in die Bastelzeit in der wir Ihnen gerne weitere Ideen für Groß und Klein geben werden.


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